Die Weltzollorganisation hat die Änderungen zum Harmonisierten System 2028 (HS 2028) verabschiedet. Damit steht die nächste Version der weltweit gültigen Warenklassifikation fest, die ab 1. Januar 2028 im internationalen Handel anzuwenden sein wird.
Insgesamt wurden knapp 300 Änderungen beschlossen. Das HS 2028 umfasst künftig 1.229 Positionen und 5.852 Unterpositionen. Zahlreiche Codes wurden neu eingeführt oder gestrichen, um aktuelle Handelsströme, technische Entwicklungen und neue regulatorische Anforderungen besser abzubilden.
Was ändert sich konkret?
Mehr Transparenz im Gesundheitsbereich
Das neue HS legt einen starken Fokus auf den Katastrophen- und Gesundheitsschutz. Wichtige Güter wie Krankenwagen, Schutzausrüstung, Beatmungsgeräte und Diagnosesysteme erhalten eigene Unterpositionen. Dies erleichtert im Krisenfall schnelle und gezielte handelsrechtliche Maßnahmen.
Neue Struktur für Impfstoffe
Impfstoffe werden künftig klarer unterschieden:
Eigene Position für Nahrungsergänzungsmittel
Mit der neuen Position für Nahrungsergänzungsmittel wird eine langjährige Abgrenzungsfrage zwischen Lebensmitteln und Arzneiwaren gelöst. Unternehmen profitieren von höherer Rechtssicherheit und eindeutigeren Zolltarifnummern.
Stärkerer Fokus auf Umwelt- und Kunststoffthemen
Die Klassifizierung von Kunststoffabfällen wurde überarbeitet und an internationale Umweltabkommen angepasst. Neue Codes unterscheiden nun klar zwischen gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen. Zusätzlich sorgen neue Unterpositionen für mehr Transparenz bei Kunststoffprodukten, insbesondere bei Einwegartikeln.
Zeitplan
Bis zum Inkrafttreten am 1. Januar 2028 bleibt eine knapp zweijährige Vorbereitungsphase. In dieser Zeit werden Umschlüsselungstabellen, neue HS-Hilfsmittel und nationale Regelungen erarbeitet, um eine reibungslose Einführung sicherzustellen.